Viaduktbogen 32
6020 Innsbruck

Drei Winter

Das Westbahntheater beim Kultursommer im Zeughaus
von Tena Štivičić
Übersetzung aus dem Englischen Karen Witthuhn Eigentlich geht es ja nur um eine Hochzeit.
Um Lucija, die einen seltsamen Typen heiraten will.
Und Alisa, die immer das Lieblingskind war und abgehauen ist.
Und ein Haus. Ein Haus, in dem sich allerdings, in Rückblenden erzählenderweise eine beinah hundertjährige Familiengeschichte im gebeutelten Jugoslawien widerspiegelt.
Ein historisches und gesellschaftliches Panoramabild von menschlicher Schwäche und Stärke. Sichtbar sind die Frontlinien zwischen Monarchie und Nazi-Regime, Partisanen und Ustascha, Kommunismus und “Westen”, Serben und Kroaten, Freund und Feind.
Unsichtbar sind die inneren Fronten zwischen stimmt und stimmt nicht, es tut mir leid und ist schon gut, ich liebe dich und ich hasse dich, die weit in die nächsten Generationen reicht. In eine leichte, humorvolle, dem Schnabel nach geschriebene Sprache versteckt Štivičić das Schwere, Drama ist nie direktes Drama, kommt immer über eine Hintertüre herein. Es geht hier nicht um Historie, nicht um Schuldige, sondern um das Zwischenmenschliche, das uns alle immer wieder erwischt. Wie Puzzleteile, die zum Knobeln einladen. 
Familienknoten. 
Kennen wir alle. 
Es spielen  Irina Kapavik, Gertraud Mair, Marina Pargger, Andrea Praxmarer, Verena Rosenauer, Sonja Rudolf, Veronika Schmidinger, Christine Stöckl;
Hans Danner, Marcus Freiler, Hannes Fritzer, Jakob Labek, Peter Rittinger Regie Luka Oberhammer Ausstattung Johannes Schlack Regieassistenz Yvonne Sitz  Technik Lollo Delago / Beto De Christo  Öffentlichkeitsarbeit und Fotos Christoph Tauber  Gesamtleitung Konrad Hochgruber Aufführungsrechte Österreichischer Bühnenverlag Kaiser & Co. Ges.m.b.H., Wien  Theater in Bewegung
Bewegung ist Leben, Theater ein bestaunliches Vehikel für die Verbindung von Realität, Alltag und dem Unausgesprochenen, Geheimnisvollen, Verliebten in unserer Welt. Auch am Westbahnhof besser gesagt gerade dort, flankiert von Geleisen, Weichen, Zügen, Verladestationen, Meditationsräumen, Künstlerateliers, Programmier-Departments und Logistikzentren findet das Westbahntheater seine Heimat.
Als wäre es absichtlich so gemacht, sind hier die Worte Bewegung, Entdeckung, Aufbruch, Orientierung, Anderssein ein Stück Wirklichkeit geworden.
Entstanden aus der Begegnung von RegisseurInnen, SchauspielerInnen, TheaterpädagogInnen und natürlich schauspielbegeisterten Menschen, ist tatsächlich eine ganz besondere Bühne gewachsen.
Doch was macht die Begeisterung für Theater heute noch aus? Warum noch eine Bühne, wenn es doch Unterhaltung in Hülle und Fülle zu konsumieren gilt?
Tirols Theaterszene ist eine rege und bestaunliche, ihre Ausprägung dementsprechend vielfältig. Das Westbahntheater hat seine Zelte auf zeitgenössischem Grund aufgeschlagen, junge Autoren, neue Stücke, kritisch, unterhaltsam, nachdrücklich. Ein ergänzender Beitrag zum bestehenden Sortiment, frech, frisch, amüsant und auch ein Stück Tirol.
Die Menschen am Westbahntheater widmen sich ganz nach ihren Möglichkeiten, Vorstellungen und Talenten der Bühne in der Feldstraße. Eines verbindet sie jedoch alle, ob jung oder alt, ob Profi oder Laiendarsteller: Es ist das Schaffen von neuen Räumen, die bei jeder Produktion erblühen. 
Man könnte auch schlicht sagen, man spürt die Freude am Sein, am Leben, in einer Welt voll von Gefühlen, Träumen, Ideen und Visionen. Ein Ort der Phantasie, ein Platz mit Magie und ansteckender Schaffensfreude, verführerischen Momenten und Impulsen für Veränderung sorgen für neuen Ausdruck in der beseelten Tiroler Theaterlandschaft.  Preise:Einheitlich15€Keine Ermäßigung  Wir bitten angesichts der geltenden Verordnungen zu reservieren!

Termine

08.07.2020
Mi, 20:00
09.07.2020
Do, 20:00